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Wärmeverbund

Der Wärmeverbund Wimmis wurde von der Axpo gebaut und im Jahr 2006 in Betrieb genommen. Die Burgergemeinde und die Einwohnergemeinde haben den Wärmeverbund per 1. Juli 2016 für 4.6 Millionen Franken übernommen.

Die Anschlussdichte konnte seither deutlich erhöht werden. Aktuell bestehen 191 Wärmelieferungsverträge für rund 550 Wohn- und Gewerbeeinheiten. Die jährliche Produktion liegt bei über 9 Millionen Kilowattstunden, welche zu fast 100 Prozent mit Holzschnitzeln aus der Region erzeugt werden. Umgerechnet entspricht dies fast 1 Million Litern Heizöl pro Jahr. Dank weiteren Anschlüssen wird die Auslastung und damit die Wirtschaftlichkeit laufend verbessert. Mit einem Fixpreis von 14 Rappen pro Kilowattstunde ist der Wärmeverbund Wimmis auch preislich sehr attraktiv. Zuständig für die operative Führung des Wärmeverbundes ist die Fachkommission Wärmeverbund, bestehend aus je zwei Vertretern der Burger- und der Einwohnergemeinde und dem Gemeindeverwalter als Sekretär (nicht stimmberechtigt). Betrieben wird die Anlage durch den Liegenschaftsdienst der Einwohnergemeinde Wimmis.

Zentrale Alte Staatsstrasse 4f

Technische Daten (Stand 31. Dezember 2024)

bereich wert
Leistung Holzfeuerung 2'400 + 900 kW
Leistung Oelbrenner 1'000 kW
Holzschnitzelverbrauch pro Jahr ca. 13'000 m3
Oelverbrauch pro Jahr ca. 10'000 Liter
Wärmeproduktion pro Jahr ca. 9 Mio. kWh
Wärmeverkauf pro Jahr ca. 7.5 Mio. kWh
Wärmelieferungsverträge 191
Angeschlossene Wohnungen 505
Angeschlossene Gewerbe 42

Neuanschlüsse

Neuanschlüsse sind weiterhin möglich. Gemäss Wärmeversorgungsreglement [pdf, 613 KB] gehen die Anschlusskosten zulasten der Wärmebezüger. Ein Anschluss ist daher vor allen dann interessant, wenn das anzuschliessende Gebäude nahe an einer Wärmetransportleitung liegt. Der Wärmeverbund erstellt für alle Interessenten kostenlos einen Kostenvoranschlag. Sie dürfen sich gerne bei uns melden. Für technische Fragen können Sie sich an Anlagewart Hans Josi wenden. Für administrative Fragen ist Gemeindeverwalter Beat Schneider zuständig. 


Chronologie Wärmeverbund Wimmis

(Auszug aus den Aufzeichnungen von Ueli Wittwer, ehemaliger Burgerpräsident)

Herbst 2002; Arbeitsgruppe mit Vertretern von Burgergemeinde und Einwohnergemeinde, Walo Bertschinger AG und Kammer Haustechnik AG nimmt Arbeit auf.

Dezember 2003; Angebote für Contracting-Partner werden eingeholt, u.a. beim späteren Partner easyTherm AG (Tochtergesellschaft Axpo AG).

Februar 2003; Vorläufiges Ende für das Projekt, da der Gemeinderat die erforderlichen Investitionen in die Gemeindeliegenschaften und die Wasserleitungen angesichts schlechter Finanzplanzahlen für nicht tragbar hätl.

Sommer 2005; Wiederaufnahme des Projektes durch eine Interessengemeinschaft, auch aufgrund des enormen Anstiegs des Heizölpreises.

September 2005; Erste öffentliche Informationsveranstaltung zwecks Information über Anschlussmöglichkeiten und Bedarfsabklärung.

Herbst 2005; Ausdehnung des Projektperimeters auf die Gebiete Herrenmatte und Eifeld.

Ende 2005/Anfang 2006; Planung für Wärmezentrale und Fernleitungsnetz im Auftrag der IG.

Anfang 2006; Suche nach einem Contracting-Partner. Angebot der easyTherm AG für einen Wärmeverbund mit 130 Abnehmern und einer Abnahmemenge 7.7 MWh / Jahr bei Nettoinvestitionen von 5.5 Millionen Franken.

Ab Anfang 2006; Gewinnung der Kunden durch Robert Kammer (Kammer Haustechnik AG) mittels konkreten Offerten für die einzelnen Liegenschaften und vielen Gesprächen.

März 2006; Zustimmung an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung für den Anschluss der Gemeindeliegenschaften und der gleichzeitigen Erneuerung der Wasserleitungen in den betroffenen Abschnitten (Kostenoptimierung).

April 2006; Genehmigung Contracting-Verträge durch Burgergemeindeversammlung. Dabei finanziert und betreibt die easyTherm AG den Wärmeverbund, während die Burgergemeinde als lokaler Partner für das nötige Vertrauen und Kundenbindung sorgt.

Ab März 2006; Ausarbeitung und laufende Unterzeichnung Wärmelieferungsverträge mit Liegenschaftsbesitzern.

Juni 2006; Öffentliche Informationsveranstaltung mit Information über bevorstehenden Baustart.

Juni 2006; Entscheid für Projektrealisierung durch Burgerrat (Go-Entscheid).

Juli 2006; Entscheid für Projektrealisierung durch esayTherm AG (Go-Entscheid).

18. Juli 2006; Spatenstich für Wärmezentrale an der alten Staatsstrasse. Beginn Bau Wärmeverteilnetz (Hauptarbeiten 2006 - 2008).

Oktober 2006; Informationsveranstaltung für Liegenschaftsbesitzer Herrenmatte, Eifeld und oberes Oberdorf.

Herbst 2006; Entscheid für Erweiterung bis zum Werkplatz Steinigand.

Dezember 2006; Inbetriebnahme Oelkessel (1.0 MW) und kleiner Holzkessel (0.9 MW), erste Wärmelieferung an Wärmeabnehmer.

November 2007; Inbetriebnahme grosser Holzkessel (2.4 MW)

November 2008; Tag der offenen Tür in der Wärmezentrale.

Mai 2009; Anschlussentscheid esayTherm AG für Gebiet oberes Oberdorf. Realisierung Anschluss bis April 2010.

März 2011; Entscheid easyTherm AG, dass Herrenmatte-Quartier nicht anzuschliessen.

Ab 2011; Probleme in der Zusammenarbeit mit der easyTherm AG nehmen zu, die Unzufriedenheit bei Wärmeabnemern ebenfalls. Trotz vieler Gespräche zwischen den Contracting-Partnern Burgergemeinde und easyTherm AG verbessert sich die Situation nicht.

Juni 2012; Erste Gespräche zwischen Burgergemeinde und Einwohnergemeinde zwecks Prüfung einer Übernahme des Wärmeverbundes. Bidudng einer Arbeitsgruppe.

Oktober 2013; Erstes Kaufangebot an Axpo AG (Nachfolger easyTherm AG) für Übernahme des Wärmeverbundes, welche abgelehnt wird (zu tiefer Übernahmepreis).

März 2015; Umfrage bei allen Wärmebezügern, ob Burgergemeinde und Einwohnergemeinde den Wärmeverbund übernehmen sollen. Ergebnis: Überwältigende Mehrheit spricht sich für Übernahme aus.

Mai 2015; Zweites Kaufangebot an Axpo AG für Übernahme des Wärmeverbundes, welches trotz tieferem Übernahmepreis angenommen wird.

28.10.2015; Unterzeichnung Kaufvertrag bei der Axpo AG in Baden (unter Vorbehalt Zustimmung der Burgergemeinde- und der Gemeindeversammlung). Unterzeichnung öffentlich-rechtlicher Zusammenarbeitsvertrag zwischen der Burgergemeinde und der Einwohnergemeinde.

03.12.2015; Beschluss der Gemeindeversammlung zur Übernahme des Wärmeverbundes und Zustimmung zum Wärmeversorgungsreglement.

29.12.2015; Beschluss der Burgergemeindeversammlung zur Übernahme des Wärmeverbundes und Zustimmung zum Wärmeversorgungsreglement.

Anfang 2016; Arbeitsaufnahme Fachkommission Wärmeverbund.

Mai 2016; Abschluss Holzschnitzelliefervertrag mit der Reinhardt Holz AG (heute OLWO AG).

01.07.2016; Offizielle Übernahme des Wärmeverbundes durch die Burgergemeinde und die Einwohnergemeinde.